Hauptschule

Die Hauptschule – eine Schulart mit Profil

Die Hauptschule baut auf der Grundschule auf und umfasst die Jahrgangsstufen 5 bis 9, der Mittlere-Reife-Zug die Jahrgangsstufen 7 bis 10. Sie stimmt ihr Bildungsangebot auf die unterschiedlichen Begabungen, Interessen und Leistungen ihrer Schülerinnen und Schüler ab und

setzt dabei verschiedene Schwerpunkte:

Praxisorientierung (praktische Inhalte)

grundlegende Allgemeinbildung

individuelle Hilfen

differenziertes Bildungsangebot (M-Zug, …)

Werteorientierung

Gesellschaftliche Grund- und Zeitfragen (politische Bildung)

Hilfe zur persönlichen Lebensgestaltung

Vorbereitung auf das Arbeits- und Wirtschaftsleben

Ganzheitliche Bildung (Wissensvermittlung, Erziehung, Kreativität, etc.)

Die Hauptschule bietet drei verschiedene Abschlüsse:

erfolgreicher Hauptschulabschluss …………………………… nach der 9.   Jgst.

qualifizierender Hauptschulabschluss („Quali“) …………..      „     „   9.     Jgst.

mittlerer Schulabschluss („Mittlere Reife“) ………………..       „     „  10.    Jgst.

Die Hauptschule ist eine weiterführende Schule und eröffnet somit ein breites Spektrum an Perspektiven:

unmittelbarer Zugang zur beruflichen Ausbildung (in Handwerk, Industrie, Wirtschaft und in sozialen Berufen)

Aufstiegsmöglichkeiten (z.B. zum Meister / Techniker)

Zugang zu weiterführenden Schulen (nach M-Zug: Fachoberschule oder mit Berufsausbildung: Berufsoberschule => Hochschulstudium)

Was kann die Hauptschule besonders gut leisten?

Individuelle Förderung durch Klassleiterprinzip

wohnortnahe Beschulung

Vorbereitung auf das Berufsleben durch zahlreiche Praktika, Handlungs- und Praxisorientierung

enge Zusammenarbeit mit Betrieben und schulexternen Fachleuten

Fazit:

Die Hauptschule ist weitaus mehr als nur eine „Restschule“!

Die Hauptschule Poing im Profil -

oder:  „Was bei uns alles läuft…“

Über das grundlegende Profil der Hauptschule hinaus war und ist unsere Schule stets darum bemüht, ein eigenes Konzept bzw. eine eigene Struktur zu entwickeln, das den Gegebenheiten vor Ort optimal angepasst ist. Somit haben sich verschiedene schulische Aktivitäten herausgebildet, die unsere Schule anbietet und die speziell den Bedürfnissen der Schüler unserer Schule gerecht werden.

Arbeitsgemeinschaften:

Den Schülern aus den Jahrgangsstufen 5 bis 10 steht ein breit gefächertes Angebot an Arbeitsgruppen zur Auswahl. Die überwiegende Zahl der AGs findet in den Nachmittagsstunden statt. Neben ausgefallenen sportlichen Aktivitäten im Rahmen der AG Fun-Sport, können sich die Kinder und Jugendlichen auch in Denksport (AG Schach) und im musischen Bereich versuchen. So gibt es eine Musik- und Tanzgruppe mit dem Namen „Let’s dance and sing“, aber auch Kurse mit dem Schwerpunkt „künstlerische Gestaltung“ (in den vergangenen Jahren z.B. unter dem Motto „Graffiti“). Darüber hinaus besteht für die Schüler die Möglichkeit, sich in zusätzlichen Computer- und Internetkursen zu betätigen, ihr schauspielerisches Talent (AG Schulspiel) zu erproben, oder sich in der AG Schülerzeitung als Autor bzw. „Journalist“ zu versuchen.

Eine völlig neue Arbeitsgemeinschaft für Schüler ab der 7. Jahrgangsstufe ist der so genannte „Roboter Workshop“, bei dem die Schüler lernen Roboter aus Fischertechnik zu bauen und zu programmieren. Die Gruppe nimmt mit ihren fertigen Produkten sogar an einem ROBOT-CAR-Wettbewerb bei Speyer teil.

Lernbüro:

Ebenfalls als Arbeitsgemeinschaft bietet unsere Schule das „Lernbüro“ an, in dem konkrete und reale Arbeitsabläufe stattfinden und verschiedene Arbeitsbereiche erprobt werden können. Die Teilnehmer erhalten dabei Aufträge von  Personen innerhalb, aber auch außerhalb der Schule, führen die aufgetragenen Produktionsarbeiten oder Dienstleistungen in (oftmals aufwendiger) Teamarbeit durch und stellen sie dem jeweiligen Auftraggeber zur Verfügung. So haben die Schüler des Lernbüros bereits ganze Schulklassen oder Lehrer im Umgang mit Computer-Programmen (z.B.: „Power-point“) geschult, haben Materialien für den Unterricht hergestellt, „Geobretter“ für die Grundschule entworfen, Lehrplankarten für Lehrer entworfen, aber auch Schachbretter oder Visitenkarten für Schüler produziert und verkauft.

Schülerfirma:

Ein ähnliches Konzept verfolgt die Schülerfirma, die Bestandteil des Lehrplans der 10. Jahrgangsstufe ist, und in diesem Schuljahr mehrere Projektideen umsetzt: Die Schüler arbeiten in verschiedenen „Firmenabteilungen“ und bieten unter anderem Kochkurse an, organisieren zusammen mit dem Jugendreferat ein Sommerfest für Kinder, backen und verkaufen Kuchen zu gegebenen Anlässen, erstellen in Zusammenarbeit mit den Fachlehrern aus den Fächern GtB und KtB eine CD zur „richtigen Bewerbung“, sowie ein Acryl-Schachbrett, das wiederum zum Verkauf angeboten wird.

Streitschlichter und „Pausen-Helfer“:

Bereits über Jahre hinweg hat sich das Modell der „Mediation“ an unserer Schule bewährt. Demnach werden etwa alle ein bis zwei Jahre so genannte Streitschlichter ausgebildet. Dies sind Schüler, die anderen Schülern helfen, Konflikte auf friedliche Art und Weise zu lösen. Die Streitenden werden dabei aufgefordert, eigene Lösungen zu finden, was in den meisten Fällen auch gelingt. Die Schlichter selbst wiederum erwerben wichtige soziale und sprachliche Kompetenzen, auf die sie nicht zuletzt in ihrem späteren Berufsleben zurückgreifen können.

Neben den Streitschlichtern sind an unserer Schule auch so genannten „Pausen-Helfer“ aktiv. Diese Schüler aus den höheren Klassenstufen  unterstützen die Lehrkräfte bei der Pausenaufsicht und sind zusätzliche Ansprechpartner für Schüler bei Streitigkeiten o.ä.

Projektarbeit:

Neben zahlreichen Projekten, die innerhalb der einzelnen Klassen bzw. Jahrgangsstufen alljährlich stattfinden, veranstaltet die Schule jedes Jahr auch einen oder mehrere Projekttage, die den gesamten Bereich der Hauptschule mit einbeziehen. In den letzten Schuljahren fanden an unserer Schule folgende Projekte statt, die teilweise auch heute noch weitergeführt werden: „Handwerkertag“ (Betriebe aus der Umgebung präsentieren ihren Beruf in der Schule), „Laufen für Katja“ (Spendenlauf für ein schwerkrankes Mädchen aus Weißrussland), „Toleranz-Projekt“ (alles rund um das Thema Toleranz), „fifty-fifty“ und „Bau einer Solaranlage“ (beides Umweltprojekte), „Tag der offenen Tür“ zur 25-Jahr-Feier, „Sozial-Projekt“ (Schüler arbeiten ehrenamtlich in sozialen Einrichtungen), „Leseabend“ (Lehrer lesen Schülern und Eltern vor – Einnahmen als Spende), u.v.m.

Praxisorientierte Fächer:

Kommunikationstechnischer Bereich (KtB)

(Texterfassung & Textgestaltung am Computer)

Im Mittelpunkt steht die fachgerechte und rationelle Nutzung des Computers mit seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.

Die Schüler müssen sich in der heutigen Informationsgesellschaft zurecht finden, durch das Arbeiten mit den neuesten Computeranlagen werden sie auf die Berufswelt vorbereitet. Im Fach KtB setzen sie sich mit der Nutzung der Kommunikationsmittel im privaten, öffentlichen und beruflichen Leben auseinander. Sie lernen die Tastatur und weitere Eingabegeräte fachgerecht zu bedienen, erstellen Texte und gestalten Dokumente. Das Internet wird zur Informationsgewinnung, zum Datenaustausch sowie zur Präsentation genutzt. Die Schüler bearbeiten Bild- und Textmaterial, um daraus Präsentationen und Printmedien zu erstellen. Sie ordnen Zahlenmaterial mit Hilfe der Tabellenkalkulation, führen Berechnungen durch und stellen Ergebnisse graphisch dar.

Gewerblich-technischer Bereich (GtB)

(Werken / Technisches Zeichnen / CAD)

Die Schüler eignen sich hier handwerkliche Grundkenntnisse und -techniken an. Sie lernen diese Fähigkeiten selbstständig an Werkstücken anzuwenden und auszuführen. Im Bereich Technisches Zeichnen / CAD werden die Schüler zu genauem und sauberem Arbeiten geführt. Es werden Zeichnungen an der Zeichenplatte und mit speziellen Programmen am PC erstellt. Vor allem das räumliche Vorstellungsvermögen wird dabei geschult.

Hauswirtschaftlich–sozialer Bereich (HsB)

„Wir haben jetzt kochen“ – so ist meist die Antwort der Schüler. Selbstverständlich wird in Hauswirtschaft gekocht. Und aufgegessen und die Küche wieder in Ordnung gebracht natürlich auch. HsB ist aber mehr:

In 2 Pflichtstunden für alle 7.-Klässler, 2 Stunden Wahlpflichtfach in der 8. Klasse und 4 Stunden in der 9. Klasse dreht sich vieles um Nahrung, deren Inhaltsstoffe und deren Bewertung, um Einkauf, Zubereitung und um höfliche Umgangsformen, wenn wir bei Tisch sitzen. Grundkenntnisse rund um den Bereich Hauswirtschaft werden vermittelt, Arbeitstechniken geübt, Geräte erprobt und verglichen, mögliche Berufsbilder erfahrbar gemacht.

HsB bedeutet auch Arbeit am PC: Rezepte schreiben, das Gruppen-Haushaltsgeldbuch führen, im Internet recherchieren, die Menükarte für den Quali gestalten.

HsB ist der praktische Teil des Fachs AWT (Arbeit-Wirtschaft-Technik): Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitsabläufe erkennen und beschreiben ist mehr oder weniger sichtbare Grundlage jeder Stunde.

In HsB ist das kleine „s“ dominant. Hier geht es um das soziale Miteinander, also gemeinsam in der Gruppe zu arbeiten, sich in und für die Gruppe einzusetzen, sich innerhalb der Gruppe zu behaupten, zu vermitteln und zu einigen. Soziale Kompetenz zu fördern ist das Ziel jeder Unterrichts-Einheit. Absprachen innerhalb der Gruppe müssen getroffen werden – bei der Planung, Zubereitung, beim Essen und Aufräumen. Verantwortung zu übernehmen, üben wir beim Planen und Durchführen von Festen, z.B. wenn die 7. Klasse eine 1. Klasse vor Weihnachten zum Plätzchenbacken einlädt, sie miteinander frühstücken oder Osternester verstecken. Die 8. Klassen laden in diesem Schuljahr häkelfreudige SeniorInnen zu Kaffee und Kuchen ein, die wiederum uns und Grundschülern ihr Wissen und Können aus der eigenen Schulzeit weitergeben.

HsB von A bis Z – von alleine arbeiten bis gemeinsam z’ammrama.

Werken, Textiles Gestalten (WTG)

WTG ist der Fachgruppe AWT (Arbeit-Wirtschaft-Technik) als praktisches Fach zugeordnet und wird in der 5. und 6. Jgst. 2-stündig als Pflichtfach gehalten.

Die Werkbereiche umfassen Ton und Holz, ebenso in der 5. Klasse das Bauen eines  Stromkreises und in der 6. Klasse „Bewegung und Mechanik“.

Die Nähmaschine wird in der 5. Klasse eingeführt und in der 6. Klasse wird die Technik erweitert. Gestalterische Textilarbeit lernen die Schüler in den Bereichen Färben, Weben und Filzen.

In allen Techniken wird auf Arbeitsplanung, Arbeitsplatzgestaltung, sowie  sichere und sachgerechte Durchführung Wert gelegt.

Dazu kommen die ersten Ansätze, sich mit Ernährung auseinander zu setzen und Marktangebote, die auf Jugendliche abzielen, zu analysieren. Die Erweiterung in der 6. Klasse beinhaltet die Planung und Durchführung eines kleinen Festes innerhalb der Gruppe: In diesem Jahr, Lasagne kochen in der selbst getöpferten Form und das Rezept dazu am PC zu schreiben.

WTG von A bis Z – Arbeitsplanung bis Zwirn.

Neben den oben genannten praxisorientierten Wahlpflichtfächern aus dem kommunikationstechnischen Bereich, gewerblich-technischen Bereich und hauswirtschaftlich-sozialen Bereich werden an unserer Schule zusätzliche auch Kurse in Informatik und Buchführung angeboten. Dies erleichtert den Schülern den späteren Eintritt ins Berufsleben und den Übertritt an weiterführende Schulen. Vor allem der Informatik-Kurs profitiert von den zwei technisch aufwendig ausgestatteten Computer-Räumen im Schulhaus mit insgesamt mehr 30 PC-Plätzen.